Borreliose – Deutscher Internistenkongress 2010
Am beeindruckensten war der Vortrag von PD Dr. Dieter Hassler über das Thema Borreliose. Er stellte in knapp 30 Minuten das Thema übersichtlich und verständlich dar. Kollege Hassler ist Landarzt in Kraichtal in der BRD und forscht auf dem Gebiet der Borreliose. Er hat sein Dorf mit ca. 3900 Einwohnern gescreent, über zwanzig Jahre alle Einwohner nachverfolgt und erfolgreich therapiert. Sein Dorf ist de facto ohne Borreliosekranken.  Ich berichte von seinen Erkenntnissen.
- Die Borreliose ist eine Infektionserkrankung die ausschliesslich durch Zecken übertragen wird.
- Die Borreliose heilt NIE spontan aus.
- Die Borreliose verläuft in Stadien (Erythema migrans = Wanderröte, Ausbreitung im Blut, Chronisches Stadium).
- Das Erythema migrans tritt frühestens 7 Tage nach Zeckenbefall auf. Alles davor ist eine lokale entzündliche Reaktion.
- Die Therapie erfolgt durch Antibiotika.
Das häufigste Problem, das Patienten verunsichert, ist die chronische Form der Borreliose. Sie ist gekennzeichnet durchen einen positiver Laborbefund (Borrelien IgM negativ und Borrelien IgG positiv). Zum Nachweis einer Borreliose fehlt nun noch ein Immuno-Blot auf Borrelien-IgG. Wenn dieser positiv ist, ist eine Borreliose bewiesen, so Hassler. Therapiert soll erst werden, wenn Krankheitssymptome (Müdigkeit, nächtliches Schwitzen, Gelenk- und Muskelschmerzen) auftreten, da die Borrelien zu diesem Zeitpunkt besser zu vernichten sind. Nach erfolgreicher Therapie schwinden die Symptome (über Monate) und die IgG Antikörper (über Monate und Jahre).
Die Wahl des Antibiotikums richtet sich nach dem Stadium der Borreliose und dem Patienten (Erwachsener, Kind, etwaige Allergien). Daher finden Sie hier keine Kochrezepte zur Behandlung, die nur in Händen eines Arztes liegen kann. Der Theapieerfolg bei chronischer Borreliose liegt – nach Kollegen Hassler – bei 80 % nach dem ersten Antibiotikazyklus, bei über 90 % nach dem zweiten Zyklus. Selten ist ein dritter Zyklus nötig.
Wichtig für Patienten, die einen Zecken auf der Haut finden: Den Zecken nicht mit den Fingern oder mit der Zeckenfasszange quetschen (Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Borrelien in die Wunde gedrückt werden.) Die Zecke sollte vorsichtig von der Haut abgehebelt werden. Dazu eignet sich gut ein spitzzulaufendes Skalpell (Nummer 11).
Literatur und Quellenangabe: Link
Übergewicht: Wenn man das tut, was man immer tut, hat man das, was man immer hat
Es gibt so viele Diäten und Ernährungsvorschläge um Gewicht zu reduzieren, daß man damit Wände tapezieren könnte. Die meisten Menschen, die nicht das Glück haben, ein ideales Körpergewicht zu haben, können davon ein Lied singen.
Eine Diät ist eine spezielle Art der Ernährung, sie muss nicht immer mit Gewichtsreduktion zu tun haben. Spezielle Krankheiten erfordern spezielle Ernährungsformen. Z. B. wird bei Zöliakie eine Glutenfreie Kost empfohlen.
Aber mit Diäten wird viel Schindluder getrieben. Auch ich könnte mir ganz neue Diäten einfallen lassen: Schnitzeldiät oder Schokoladediät. Aber die Sinnhaftigkeit wäre zu hinterfragen.
Meist wird mit einer Diät eine Ernährungsform gemeint, die zur Verminderung des Körpergewichts dient. Viele Patienten haben, die eine oder andere Diät ausprobiert und Gewicht verloren, um dann wieder zuzunehmen und nach kurzer Zeit wieder ähnlich schwer oder sogar schwerer zu sein “Jo-Jo-Effekt“.
Letztendlich ist eine Diät eine Umstellung des Lebensstils auf Zeit. Während dieser Umstellung verliert man Kilos und ist glücklich darüber. Man vergisst aber, dass man nach Ende der Diät, wieder in den alten Lebensrhythmus verfällt und – nach unterschiedlich langer Zeit – wieder so ist wie man vor der Lebensstiländerung war.
Wenn man das tut, was man immer tut, hat man das, was man immer hat.
Zitat: unbekannt
Das heißt um Gewicht auf Dauer zu reduzieren benötigt man eine Lebensstiländerung auf Dauer. Erfahrungsgemäß nimmt ein Rhythmuswechsel 1-3 Jahre in Anspruch.
Ein konkretes Beispiel:
Für eine Gewichtsreduktion von 10 kg empfehle ich sich ein Jahr Zeit zu nehmen. 10 Monate für die Gewichtsreduktion und zwei Monate um sich nach Rückfällen in den alten Lebensrhythmus wieder neu zu motivieren.
Eine Änderung des Lebenrhythmus ist so ziemlich das Schwierigste, das ein Arzt von seinem Patient verlangen kann. Der Gewinn ist immens: Steigerung des Selbstwertgefühls, der Gesundheit, bessere Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinwerte. Möge das Kunststück gelingen.